Kreatinin - bei COVID-19

Bei einem gesunden Menschen ist die Plasmakonzentration von Kreatinin ziemlich konstant. Daher können steigende Plasmakreatininwerte auf eine verminderte Ausscheidung hinweisen, d. h. eine beeinträchtigte Nierenfunktion. Zur Abschätzung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) wird Kreatinin gleichzeitig in Serum und Urin (über einen definierten Zeitraum gesammelt) gemessen und die Kreatinin-Clearance berechnet. Dies ermöglicht eine bessere Erkennung von Nierenerkrankungen und eine Überwachung der Nierenfunktion. (1)

Der IFFC-Leitfaden zu COVID-19 empfiehlt dringend, Kreatinin bei Patienten mit COVID 19 zu überwachen, um Nierenschädigungen frühzeitig zu erkennen. (2) Die Entwicklung einer akuten Nierenschädigung (AKI) und ihre Beziehung zur Mortalität wird auch für frühere Coronaviren mit schwerem akutem respiratorischem Syndrom (SARS) und Atemwegssyndrom im Nahen Osten (MERS) berichtet. (3,4)

Eine Studie an 701 Patienten ergab einen Anstieg des Serumkreatinins und eine Verringerung der GFR von 14,4% bzw. 13,1%. Während der Studie entwickelten etwa 5% der Patienten einen AKI. Nierenerkrankungen und AKI stehen im Zusammenhang mit einer erhöhten Mortalität bei COVID-19. (3)

Die histopathologischen Befunde der Nieren bei 26 Patienten zeigten akute tubuläre Schädigungen und verschiedene Beeinträchtigungen der Glomeruli (5) sowie tubuläre Nekrose und Glomerulosklerose. (6) Viele der Fälle zeigten ein erhöhtes Serumkreatinin, Proteinurie oder beides als klinische Anzeichen einer Nierenschädigung. (5,6)

Über 40% der aufgenommenen Patienten mit COVID 19 zeigen Anzeichen einer abnormalen Nierenfunktion. (3,7) Die kürzlich veröffentlichte Studie aus Italien, die sich mit dem Management von AKI bei COVID-19 befasst, schätzt den AKI bei 20 bis 40% der auf der Intensivstation aufgenommenen kritisch kranken Patienten. (7)

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Literatur:

1. Thomas L, editor. Labor und Diagnose: Indikation und Bewertung von Laborbefunden für die medizinische Diagnostik. 6. Aufl. Frankfurt/Main: TH-Books-Verl.-Ges; 2005.

2. IFCC Information Guide on COVID-19 [Internet]. IFCC Information Guide on COVID-19. 2020. Available from: https://www.ifcc.org/ifcc-news/2020-03-26-ifcc-information-guide-on-covid-19/

3. Cheng Y, Luo R, Wang K, Zhang M, Wang Z, Dong L, et al. Kidney disease is associated with in-hospital death of patients with COVID-19. Kidney International. 2020;97:829–38.

4. Naicker S, Yang C-W, Hwang S-J, Liu B-C, Chen J-H, Jha V. The Novel Coronavirus 2019 epidemic and kidneys. Kidney International. 2020;97:824–8.

5. Su H, Yang M, Wan C, Yi L-X, Tang F, Zhu H-Y, et al. Renal histopathological analysis of 26 postmortem findings of patients with COVID-19 in China. Kidney International. 2020;98:219–27.

6. Kissling S, Rotman S, Gerber C, Halfon M, Lamoth F, Comte D, et al. Collapsing glomerulopathy in a COVID-19 patient. Kidney International. 2020;98:228–31.

7. Ronco C, Reis T, Husain-Syed F. Management of acute kidney injury in patients with COVID-19. The Lancet Respiratory Medicine. 2020;S2213260020302290.